Naturally 7 überzeugen auf und neben der Bühne
Berlin. Rund 500 Besucher kamen am Samstagabend ins Fontane-Haus, um Naturally 7 im Rahmen ihrer Jubiläumstour „Closer Look – 25 Years of Naturally 7“ live zu erleben. Die US-amerikanische Formation präsentierte dabei eine Mischung aus bekannten Songs und eigenen musikalischen Ideen, die durch ihre besondere Gesangstechnik ein außergewöhnliches Klangbild erhielten. Schon während der ersten Programmpunkte wurde erkennbar, mit welcher Präzision Naturally 7 ihre vielschichtigen Arrangements auf die Bühne bringen. Die ersten Songs fanden sichtbar Anklang und sorgten bereits zu Beginn für zahlreiche Reaktionen im Saal. Das Berliner Publikum zeigte sich während des gesamten Konzertauftakts konzentriert und näherte sich der besonderen Klangwelt der Formation mit sichtbarem Interesse.
Was Naturally 7 von vielen anderen Vokalgruppen unterscheidet, wurde im Verlauf des Abends immer deutlicher. Die sieben Musiker erzeugten mit ihren Stimmen eine Klangkulisse, die einer komplett besetzten Band erstaunlich nahekommt. Schlagzeug, Bass, Gitarren und weitere Instrumentalklänge wurden ausschließlich durch vokale Techniken dargestellt. Dabei stand nie der Effekt im Vordergrund, sondern stets die musikalische Gesamtwirkung. Die Arrangements wirkten präzise ausgearbeitet und gleichzeitig erstaunlich natürlich. Immer wieder richteten sich die Blicke auf einzelne Bandmitglieder, wenn bestimmte Instrumente akustisch nachgebildet wurden. Gerade das Zusammenspiel der unterschiedlichen Stimmen prägte den Charakter des Konzertabends.
Im weiteren Verlauf präsentierte Naturally 7 eine abwechslungsreiche Auswahl bekannter Titel in ihren charakteristischen Bearbeitungen. Für zahlreiche Reaktionen im Saal sorgten unter anderem Stings „Englishman in New York“, Bob Marleys „Get Up, Stand Up“ sowie Robbie Williams' „Angels“. Die Songs behielten ihre bekannte Struktur, erhielten durch die besonderen Arrangements jedoch einen eigenständigen Charakter. Kraftvolle Rhythmuspassagen wechselten sich mit ruhigen und gefühlvollen Momenten ab. Jeder Sänger übernahm dabei unterschiedliche Aufgaben innerhalb der Stücke, wodurch ein vielschichtiges Klangbild entstand. Besonders die harmonische Abstimmung innerhalb der Gruppe zeigte, wie sicher die einzelnen Stimmen ineinandergreifen und dabei dennoch Raum für individuelle Akzente lassen.
Zwischen den musikalischen Darbietungen suchten die Künstler immer wieder den Kontakt zum Publikum. Kurze Geschichten, spontane Bemerkungen und humorvolle Einwürfe sorgten dafür, dass die Moderationen ebenso aufmerksam verfolgt wurden wie die musikalischen Beiträge. Die Kommunikation wirkte nicht einstudiert, sondern entwickelte sich oft direkt aus den Reaktionen im Saal. Dadurch entstand eine angenehme Atmosphäre, in der sich Publikum und Künstler immer wieder direkt begegneten. Das Publikum reagierte auf die Moderationen ebenso aufmerksam wie auf die musikalischen Beiträge. Viele Besucher nutzten die ruhigeren Momente, um den Ausführungen der Musiker zu folgen.
Nach dem offiziellen Konzertende war der Abend für Naturally 7 noch nicht beendet. Im Anschluss folgte eine ausführliche Autogrammstunde, bei der sich die Musiker Zeit für ihre Besucher nahmen. Zahlreiche Fans nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche, Erinnerungsfotos und Autogramme. Auffällig war dabei die Geduld, mit der die Künstler auch dann noch Zeit für ihre Besucher fanden, als sich vor den Autogrammtischen längere Schlangen gebildet hatten. Statt eines schnellen Durchlaufens entstanden viele kurze Begegnungen und Gespräche. Fragen wurden beantwortet, gemeinsame Fotos gemacht und persönliche Erinnerungen geschaffen.
Naturally 7 blieben im Fontane-Haus, bis der letzte Fan das Gebäude verlassen hatte. Diese Haltung spiegelte den Umgang der Musiker mit ihrem Publikum während des gesamten Abends wider. Neben der musikalischen Qualität fiel vor allem der respektvolle und offene Umgang mit den Besuchern auf. Am Ende stand nicht nur ein musikalisch hochklassiger Konzertabend, sondern auch die Begegnung mit Künstlern, die ihre Fans wertschätzen und den direkten Kontakt suchen. Für Begeisterung sorgten dabei nicht allein die außergewöhnlichen Vocal-Play-Arrangements. Es waren vor allem die Herzlichkeit und die Zeit, die sich die Musiker für ihr Publikum nahmen, die diesen Abend prägten.